Ein genüssliches Heilkraut, die Wilde Möhre

Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute wächst so nah… Das dachten sich auch schon die Germanen, die Griechen und die Römer. Denn diese wussten um das wertvolle Kraut, die Wilde Möhre, und nutzten sie als Lebens- und Heilmittel.

 

Heute ist uns vor allem die daraus entwachsene gelb-orange farbige Möhre bekannt, die ihre Farbe von dem in reichlichem Maße vorhandene Karotin erhält. Die Wilde Möhre hingegen besitzt eine blässlich-weiße Wurzel, die zwar weniger Karotin aufweist, dafür aber in hohem Maße Vitamin A, C und B besitzt. 

 

Alles an diesem Kraut ist gesund und auch heilpflanzlich verwertbar. So nutzte der katholische Pfarrer Johann Künzle aus der Schweiz den Absud des Krautes bei Frostbeulen, Wunden und als Gurgelwasser bei Zahnweh, Mundfäule und Mundgeschwüren.

Im antiken Griechenland wurde die Wirkung der Samen als menstruationsfördernd, lindernd bei Harnstau, unterstützend bei Wassersucht und Brustfellentzündung, auch vorbeugend gegen Bisse und Stiche beschrieben. Die Wurzel galt als harntreibend und aphrodisierend.

Pfarrer Künzle verwendete zudem geraspelte Wurzeln äußerlich bei Furunkeln, Bandwunden und zur Milderung von Krebs. Maria Treben empfahl Zuckerkranken den täglichen Genuss von Sauerkraut, Zwiebel, Knoblauch und in genügendem Maße Karotten.

 

Ich hingegen erfreue mich an den Blüten und mische diese gerne meinen grünen Smoothies bei, die durch den auch in den Blüten vorhandenen Möhrengeschmack würzig und erfrischend zugleich schmecken.

Und auch im frischen Salat kann sich die Wilde Möhre sehen lassen, denn die Dolde besitzt bis zu 50 kleine Döldchen, die sich wie Flocken auf den Salatblättern arrangieren lassen.

 

Das hätte Karl der Große seinerzeit nicht gedacht, dass die von ihm zum Anbau empfohlene Pflanze einmal einen Siegeszug in einer ganz anderen Form vornehmen wird, nämlich zum leiblichen Wohle und der Gesundheit der Menschen! Und zur Freude der Mütter, die die Wirkung des Karotins an den vor Gesundheit leuchtenden Backen ihrer Babies und Kinder erkennen können. Ein wahrhaftiger Segen, unsere (Wilde) Möhre!