BIRGIT STRAKA – HEILPFLANZENSCHULE

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In diesem PDF findest Du drei wichtige Heilpflanzen, die Dir zur Erstellung Deiner persönlichen Hausapotheke wunderbare Dienste leisten können! 

Denn schon Maria Treben meinte, dass man nicht viel mehr als ein paar Heilkräuter braucht, um sich bei verschiedenen Erkrankungen rundum versorgen zu können. 

Zusätzliche Informationen zu diesen drei Heilpflanzen findest Du hier auf dieser Seite.

Viel Freude beim Lesen und Entdecken!

Heilpflanze des Jahres 2022 - Die Große Brennnessel

Jeder, der mit mir schon einmal in Mutter Natur unterwegs gewesen ist - egal ob 'live' bei einer Wildkräuterführung oder bei meinem online Basiskurs - wird diese Frage sofort beantworten können: Wie heißt Birgits Lieblingskraut? Mit einem Schmunzeln kommt hierauf oft die Antwort: 'Das ist die Brennnessel, mit der sie doch so gerne kuschelt!'

Ja, das stimmt tatsächlich. Denn gerade weil die Brennnessel ein eindrückliches Gefühl hinterlässt berühre ich sie gerne. Sie vermittelt mir Lebendigkeit, Stärke und vor allem Achtsamkeit!
Was mich ganz besonders erfreut ist, dass man nun die Große Brennnessel als die Heilpflanze des Jahres 2022 erkoren hat: Herzlichen Glückwunsch, liebe Freundin! Es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass man sie in den Kreis anderer Berühmtheiten wie z. B. Salbei, Zitronenmelisse, Duftveilchen, Lavendel, Ringelblume, Rosmarin, Gänseblümchen und Wegwarte mit aufnimmt!
 
Was kann die Brennnessel denn so alles, werde ich immer wieder gefragt. Eigentlich müsste die Frage andersherum lauten: Was kann sie denn nicht?
Wenn ich Hunger habe stillt sie diesen mit einer Handvoll Blättchen, und sie schmeckt zudem noch hervorragend.
Wenn mein Heuschnupfen wieder mal 'aufpoppt' - was zum Glück mittlerweile sehr selten ist - reichen ein bis zwei Blättchen pro Tag und das Kitzeln in der Nase verschwindet wieder.
Methansäure, auch Ameisensäure genannt, besitzt die Brennnessel in allen Pflanzenteilen. Früher bekam ich diese in Spritzenform verabreicht, um meinen stark ausgeprägten Heuschnupfen in den Griff zu bekommen. Die Brennnessel liefert den Stoff in allen Pflanzenteilen und ist zudem frei erhältlich.

Um in der Erkältungszeit ein gutes Immunsystem zu haben nasche ich regelmäßig von der Brennnessel, das was sie in dem Moment gerade anbietet - derzeit sind es die Samen. Denn Pflanzen, welche Tiergifte, hier ist es die Ameisensäure, produzieren stärken prinzipiell das Immunsystem.
Bin ich traurig schenkt mir das in der Brennnessel enthaltene Glückshormon Serotonin Freude und Leichtigkeit.
Habe ich das Gefühl, kraftlos und müde zu sein, gibt mir das Eiweiß und Chlorophyll ihrer Blätter Kraft und Energie.

Hab ich zu viel Stress und bin angespannt 'bade' ich meine Hände in frischer Brennnessel und merke sofort, wie die Spannung in mir - sowohl körperlich als auch emotional - nachlässt.
Möchte ich meine angebauten Pflanzen im Garten stärken pflanze ich entweder die Brennnessel direkt in deren Nähe an, stelle einen Brennnesselsud her oder ernte Brennnesseln und lege sich dort aus. Brennnesseln bereichern den Boden mit ihrem hohen Gehalt an Mineralstoffen. Außerdem wandeln sie ein Übermaß an Stickstoff im Boden um, sie regulieren also den Säure-Basen-Haushalt des Bodens - so wie auch den in unserem Körper.
Sind Pflanzenteile mit unliebsamen Bewohnern befallen hilft der Brennnesselsud auch hier.
Durch ihre Phytohormone wirkt sie zudem ausgleichend, was auch meinem Partner und meinen Kindern zugute kommt.
 
Die Brennnessel lässt sich noch für viele andere Befindlichkeiten einsetzen. Und was ich zudem absolut beeindruckend finde, dass sie als Faserpflanze früher zur Herstellung von Stoffen, Seilen, Stricken, Fäden und Netzen genutzt wurde - diese Tradition wird mittlerweile wieder von einigen Pflanzenfreunden belebt und gepflegt!
 
Und wer gerne räuchert findet in ihr eine kraftvolle Schamanenpflanze, denn die Brennnessel wurde bereits in der Antike zur Abwehr von Unheil verräuchert.
Zudem soll sie helfen sich von Altlasten zu befreien, um das eigene Leben (wieder) in die Hand zu nehmen.
Und prinzipiell machen Brennnessel-Räucherungen einen klaren Kopf - wenn das mal nicht vielversprechend ist!
 
Spätestens jetzt dürfte klar sein, warum mich diese Pflanze für sich eingenommen hat: sie ist eine wahre Lebenskünstlerin. Und ich lerne noch immer Neues über sie und von ihr - für mich ist sie einfach die Größte!

Wegerich

Der Wegerich ist eine meiner Lieblingspflanzen: ich liebe seinen Geschmack, seine festen Blätter und die ungewöhnliche Erscheinung seiner Blüte, die beinahe an eine Getreide-Ähre erinnert.  Als Heilpflanze verwende ich ihn für Salben, Tee und Säfte.
 
Im Mai werde ich wieder einen Ölauszug ansetzen, wie jedes Jahr! Dieser Ölauszug ist eine meiner meist genutzten Essenzen, denn die ganze Familie kann die heilende und beruhigende Wirkung des Wegerichs gebrauchen: mein Sohn für blaue Flecken (vom Fußballspielen), meine Tochter für weiche Fußsohlen, mein Freund für trockene Haut und ich bei den immer wieder vorkommenden Schnitten, Stichen und sonstigen Verletzungen bei der Gartenarbeit.
 
Vor kurzem hatte ich eine schöne Geschichte aus der griechischen Mythologie über den Wegerich entdeckt, die ich gerne mit Dir teilen möchte:
Als junge Maid spielte Persephone, Tochter Demeters (Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides und der Saat), einst fröhlich auf einer Blumenwiese. Plötzlich sprach der Totengott Pluto aus einer Erdspalte hervor und riss sie mit kräftigem Arm in die Unterwelt hinab. Dort machte er sie zu seiner Frau und zur Herrscherin über die Toten. Mit ihrem Verschwinden verschwand aber auch das Grün der Wiesen, Wälder und Felder, es wurde Winter auf Erden.

In ihrem Zorn ließ Demeter, ihre Mutter, die Fruchtbarkeit versiegen und alle Wesen, selbst die Götter, trauerten um das schöne Mädchen. Gottvater Zeus beschloss, den klugen Götterboten Hermes, Kenner aller Wege, in die Unterwelt zu entsenden, um Persephone wieder herauf zu holen.
Pluto ließ sie tatsächlich gehen. Denn er wusste, dass sie jedes Jahr für einige Monate in die Unterwelt zurückkehren musste, weil sie von den Samen gegessen hatte - ihr Wesen war nun an die im dunklen Schoß der Erde schlummernden Samen gebunden. Der Wegerich wird auch "Kraut der Persephone" genannt.

Denn er wächst vor allem an und auf den Wegen. Die Germanen nannten ihn "Den Fürst der Wege", da er nach ihrem Glauben die Menschen in das Totenreich geleitet.
Dass Persephone wieder aus dem Totenreich zurückgekehrt ist zeigen die vielen, neuen, zarten Blättchen des Wegerich, wie sie sich jedes Jahr aufs Neue mit aller Kraft aus dem Boden schieben und auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen warten.
 
Ich finde diese Geschichte besonders berührend, denn sie zeigt einen immerwährenden Kreislauf allen Seins - und unsere wundervollen Heilpflanzen begleiten uns auf diesem Wege!

Gänseblümchen

Aller guten Dinge sind drei!

Ich bin gestern beschwingt und trockenen Fußes zu meinem täglichen Spaziergang aufgebrochen. Und wie nicht anders zu erwarten schauten mich einige Gänseblümchen an! Es ist doch immer wieder faszinierend, wie diese zarten, leuchtenden Blütenköpfe nicht einmal durch Schnee und Kälte ihre Kraft und Freundlichkeit verlieren!


Es gibt eine schöne Tradition: die ersten drei Gänseblümchen, welche man im neuen Jahr trifft, solle man mit Dank an Mutter Natur bewusst und langsam kauend genießen: dies solle im kommenden Jahr Vitalität und Gesundheit unterstützen und Freude bringen.

Sicher ist jedenfalls, dass das Gänseblümchen den Stoffwechsel anregt und das Immunsystem stärkt. Deshalb wurde es früher gerne für Frühjahrskuren eingesetzt. In meinem Falle - zu Beginn der Wechseljahre - wirkt es außerdem hormonausgleichend, was meinem Mann und den Kindern wiederum zu Gute kommt!


Inspiriert durch die vielen Geschichten, die sich um das Gänseblümchen ranken, habe ich ein kleines Gedicht geschrieben. Denn wenn Kräuter etwas können, dann ist es Impulse zu geben, um auch mal etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht auch bei Dir?

Mit freundlich zartem Angesicht

so sehen wir dich leuchten.

Es ist, als ob du auf die schnell

Zurückbringst langersehntes Licht.



Die Ahnen wussten zu berichten

wie vielen Menschen und auch Tieren.

Du liebevoll uns Hilfe brachtest

in Form von schönen Geschichten.



Bei Dämmerlicht und Kerzenschein

bekamst du unzählige Namen.

Wie Himmelsblume und Tausendschön

auch Maßliebchen soll dein Name sein.



So vielerlei die Namen sind

so viele Übel kannst Du heilen.

Wie Kopfschmerzen und Übelkeit

mit dir vergehn sie ganz geschwind.



Ich freue mich dich anzusehen

in deiner vertrauten Gestalt.

So unbezwingbar und doch zart

die Lieb zu dir wird nie vergehen.